Pinterest: Tipps und Tricks 

Das von Pinterest empfohlene Attributionsfenster ist folgendes: 30 Tage Klick, 30 Tage Engagement und 1 Tag View. Es hängt damit zusammen, dass Pinterest eine visuelle Suchmaschine ist. Die User gehen nicht mit einer Kaufintention in die App. Trotzdem ist es so, dass zum Beispiel in den USA 89 % der Pinner etwas gekauft haben, nach dem sie auf Pinterest inspiriert wurden. Dadurch ist auch Pinterest ein wichtiger Verkaufskanal für Brands. 

Bevor du mit deiner Kampagne auf Pinterest startest, solltest du dich damit befassen, welchen Mehrwert du dem Pinner bietest und ob sich dieser Mehrwert visualisieren lässt. Wenn ja, bist du auf Pinterest genau richtig. Denn Visuals sind hier das A und O. Das ist das Erste, was der User sieht. Es muss so fesselnd und relevant sein, dass der User auf das Creative klickt und mehr Informationen dazu sehen möchte. Denn erst mit dem Klick auf den Content bekommt der User weitere Informationen zum Ersteller des Pins und die Beschreibung zum Pin.

Kampagnenoptimierung

Bei Kampagnen ist es sinnvoll alle Platzierungen, Geräte, Sprachen und Expanded Targeting auszuwählen. Die Einschränkung durch das Geo-Targeting genügt, da Pinner ihre Geräte auch auf andere Sprachen eingestellt haben könnten.

Pinterest Kampagnenoptimierung

Der Algorithmus braucht nach Kampagnenstart etwa 10 Tage, um zu lernen, welche Pinner mit deiner Ad interagieren. Änderungen oder Optimierungen solltest du erst nach dieser Phase vornehmen. Pinterest empfiehlt Budget oder Bid-Änderungen in Schritten von maximal 10% vorzunehmen. Bei Änderungen braucht der Business Hub wiederum circa 5-7 Tage für eine stabile Auslieferung der Kampagne. Also, mit Geduld herangehen.

Dein Daily Budget sollte 10x höher als dein tCPA sein. Wenn du ein bestimmtes CPA erzielen möchtest, sollte dein Tagesbudget 10x größer als dein CPA-Ziel sein.

In der ersten Kampagne solltest du sowohl das Interessen-Targeting als auch das Keyword-Targeting einsetzen. Keywords auf Google sind nicht gleich Keywords auf Pinterest. Ein Umdenken ist gefragt. Die User auf Pinterest suchen nicht nach Brands, sondern konsumieren Content von Brands. Ziele hier weniger auf Brand Keywords, sondern auf Keywords in Kombination mit Ideen. Denke auch an saisonale Keywords und Keywords in Verbindung mit Lebensereignissen wie Geburtstag, Hochzeit oder Umzug. Auch Umstände wie des heutigen Alltags haben einen großen Einfluss auf die Suchanfragen. Im April 2020 konnte Pinterest zum Beispiel einen großen Anstieg an Suchanfragen rundum Wellness, Erziehung, Beauty, Pflege und Essen sehen. Lasse die Keywords so breit wie möglich sein, aber dennoch sollte es zu deinem Visual passen. Sonst könnte deine Ad nicht mehr so gut performen. Die Conversion Rate ist eines der wichtigen Key-Faktoren für die Performance in der Auktion. Deine Ad muss mindestens 50 Conversions in der Woche generieren, sodass es in der Auktion berücksichtigt wird. Sobald dies nicht der Fall ist, wird die Ad in der Auktion benachteiligt. 

Tests auf der Anzeigengruppen-Ebene 

Für die Optimierung und das Testing in der Anzeigengruppe bieten sich folgende Möglichkeiten an: 

  1. Interessen und Keywords
  2. Keywords
  3. Interessen
  4. Audience-Listen

Wie ich bereits erwähnte, empfiehlt es sich in der ersten Kampagne Interessen und Keywords gemeinsam zu testen. Sobald du ein Gefühl für performende Interessen und Keywords hast, solltest du diese getrennt voneinander testen. Bei einer Anzeigengruppe mit Keywords solltest du mit 25 Keywords arbeiten und keine Interessen auswählen. Sowie du bei einer Anzeigengruppe mit Interessen nur Level 1-Interessen und keine Keywords hinzufügst. 

Die Level 1-Interessen werden mit den rot markierten Pfeilen angezeigt.

Pinterest Level 1-Interessen

Da wir aus dem Performance Marketing kommen, ist die Grundvoraussetzung für den Kampagnenstart ein richtig verbauter Pinterest Tag auf der Webseite, denn so macht es erst richtig Spaß. Darüber hinaus hat es den Vorteil, dass du das Zielgruppen-Targeting nutzen kannst. Hierfür erstellst du eine Audience, die aus deinen Webseiten-Käufern besteht und ein 10% Actalike dieser Audience, sodass du User ansprichst, die deiner kaufbereiten Audience ähneln. Je größer die potenzielle Zielgruppe ist, desto besser. Stelle in der Anzeigengruppe mit dem Actalike keine Interessen oder Keywords ein.

Unsere Pinterest Best Practices 

Die Pins

Pro Anzeigengruppe sollten zwischen 3-10 Pins hinterlegt werden. Beim Testen der Ad Groups sind maximal 3 Pins pro Anzeigengruppe geraten. 

Das Produkt bzw. der Vorteil muss auf den Visuals sichtbar im Vordergrund stehen. Da der User auf Pinterest nur die Creatives sieht, wollen Brands oft das Logo in den Creatives platzieren. In Bezug auf die Markenbekanntheit ist dieser Gedanke gar nicht abwegig. Aber auch hier nochmal ein Reminder: die Pinner suchen nicht nach Brands. Ist das Logo notwendig, um die Message zu übermitteln? Solange das Logo sinnvoll in die Creatives eingebunden wird oder ein notwendiges Element des Creatives ist, steht der Platzierung des Logos natürlich nichts im Wege.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass dynamische Shopping-Anzeigen, sowie Promoted (Karussell-) Pins im 2:3 Format gut funktionieren. Mit dem erfolgreichen Upload deines Feeds werden für alle Produkte jeweils ein Produkt-Pin erstellt. Im nächsten Schritt kannst du deine Produkte auch in Produktgruppen einteilen, sodass du auch Produktgruppen bewerben kannst. Feed-basierte Anzeigen funktionieren in dem Sinne gut, dass der Algorithmus entscheidet, welche Produkte zu den Interessen des Users passen und angezeigt werden. Auch Promoted Karussell-Pins haben den Vorteil, dass der User eine Auswahl von mehreren Produkten sieht oder auch ein Storytelling über mehrere Kacheln möglich ist. Performant sind minimalistische und auf den Punkt gebrachte Creatives.

Mehr Details direkt auf dem Pin

Außerdem bieten Rich Pins wie Produkt und Artikel Pins E-Commerce Brands weitere Vorteile. Durch das Aktivieren eines Produkt Pins liefert dieser den Usern Informationen zu dem Produkt wie zum Beispiel Preise in Echtzeit, Verfügbarkeiten und verlinkt den Pin auf die Produktdetailseite. Das führt zu einer besseren UX.

In diesem Beispiel sieht der User den Preis des Produkts und den Produktbestand. Der Pinner sieht, dass dieses Produkt nicht vorrätig ist und kann sich so auf eine längere Lieferzeit einstellen.  

Mehr Details direkt auf dem Pin

Pinterest Analytics

Mit einer verifizierten Webseite erhältst du Zugriff auf Pinterest Analytics. Hierüber hast du die Möglichkeit Analysen zu deinen Top-Pins und Traffic auf deiner Webseite einzusehen. Vorteilhaft ist auch die Einsicht in die Interessen der User, die mit deinen Pins interagieren. Diesen Input kannst du dann bei deinen Kampagnen nutzen.

Pinterest Analytics

Die Zukunft auf Pinterest

Des Weiteren werden Empfehlungen in der Beta-Version ausgerollt.Die Kampagnenvorschläge sollen dir unter anderem bei der Optimierung deiner Kampagne helfen.

Zur Zeit ist die Anprobieren-Funktion nur in den USA verfügbar. Die AR-Funktion ermöglicht User die Produkte vor dem Display auszuprobieren. Viele Social Media Plattformen sind immer noch beim Finden einer geeigneten AR Lösung. Pinterest ist in dem Fall ein klarer Vorreiter. Ein klassisches Beispiel ist der Brillenkauf oder das Testen von Pigmenten des Make Ups. User können in der Pinterest App ganz einfach die Brille ausprobieren. Somit könnten Rücksendungen langfristig zurückgehen, da die Anprobe digital stattfindet. Klar gibt es noch weitere Faktoren, die bei Rücksendungen eine Rolle spielen, aber das “Gefällt mir nicht” könnte aufgrund dieser Funktion zu einem Problem von gestern werden.

Anprobieren-Funktion Pinterest

Fazit

Pinterest ist nicht nur ein Katalog unendlicher Ideen. Hingegen bietet sie dir die Möglichkeit deine Story rundum deine Marke, deine Produkte zu erzählen und Traffic auf deine Seite zu bringen. Mit der Ästhetik und inspirierenden Ideen im Vordergrund gewinnen die Visuals noch mehr an Wert. Die visuelle Maschine bietet den Werbetreibenden in Kombination mit Analytics und Audience Insights sehr gute Informationen zu deiner Zielgruppe, die du gleich in deiner Kampagne einbinden kannst.

Andere Plattform, anderer Algorithmus, aber eine Konstante bleibt: testen, testen, testen!

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Über den Autor

Ajanthaa ist begeisterte Social Media Nutzerin. Als Online Marketing Manager hat sie ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht und erfreut sich daran, dass sie Kunden bei der Steigerung der Marketing-Effizienz betreut.

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