Text rein, Whitepaper raus: Wie Claude uns die Strukturarbeit abnimmt

Whitepaper kosten Zeit. Mit Claude Projects lässt sich genau dieser Prozess smarter aufsetzen: von der Struktur über die Kunden-CI bis zur ersten Textgrundlage. Wir zeigen, wie KI bei der Whitepaper-Erstellung unterstützt und wo weiterhin menschlicher Feinschliff gefragt ist.

Das erwartet euch

Stellt euch vor, ihr bekommt einen neuen Whitepaper-Auftrag. Thema ist gesetzt, Deadline steht. Und dann geht’s los: Wie hatten wir das beim letzten Mal gemacht? Welche Schriftart nutzt die Kundin, der Kunde? Haben wir die CI irgendwo als PDF? Und wer hat zuletzt eins angelegt? Und wie hat er oder sie das eigentlich gemacht?
Jedes Mal dieselbe Startlinie. Jedes Mal das gleiche Anlaufnehmen. Klingt vertraut? Bei uns auch. Also haben wir was dagegen getan. 🛠️🛠️

Was ein Whitepaper eigentlich leisten muss

Kurz zur Einordnung. Das Wort „Whitepaper“ wird gerne inflationär verwendet.
Ein gutes Whitepaper ist kein Werbeprospekt mit mehr Seiten. Es ist ein inhaltlich wertvolles Dokument, das ein Problem erklärt, Lösungsansätze zeigt und die LeserInnen am Ende klüger zurücklässt als vorher. Kein „Wir sind die Besten“, sondern „Hier ist, was ihr wissen solltet.“
Gerade auf LinkedIn funktioniert das Format außergewöhnlich gut: als Leadmagnet hinter einer einfachen Formular-Ad, als Trust-Builder für erklärungsbedürftige B2B-Produkte, als Nachweis echter Fachkompetenz, die über einen gut gepflegten LinkedIn-Account hinausgeht.
Der Haken: Ein gutes Whitepaper braucht Zeit. Struktur, saubere Texte, Konsistenz. Und das alles über 6 bis 10 Seiten. Für eine Agentur, die das für verschiedene KundInnen in verschiedenen Branchen produziert, summiert sich das schnell.

 

Das Problem mit dem Prozess

Whitepapers produzieren wir als Performance Marketing Agentur regelmäßig, für verschiedene KundInnen, in verschiedenen Branchen. Und mit jeder Wiederholung stellt sich dieselbe Frage: Wie machen wir das ohne dass jedes Mal jemand das Rad neu erfinden muss?
Das Problem war weniger der Inhalt als die Wiederholung. Stellt euch vor, eine Kundin oder ein Kunde will zehn Whitepaper, alle ähnlich aufgebaut, aber für verschiedene Themen oder Märkte. Jedes einzeln von Hand anlegen? Ineffizient. Vor allem wenn sich Struktur, CI und Grundaufbau kaum ändern. ⚙️
Ähnliche Fragen stellen sich übrigens nicht nur bei Whitepapers, sondern auch im Design-Alltag. Wie KI dort kreative Prozesse unterstützt, ohne den menschlichen Blick zu ersetzen, zeigen wir in unserem Beitrag zu KI im Design-Arbeitsalltag.

Die Idee: ein Whitepaper-Assistent mit Gedächtnis

Die Lösung klingt simpel, ist aber in der Umsetzung entscheidend: Wir haben einen Claude-Assistenten gebaut, der weiß wie ein Whitepaper bei ZweiDigital aussehen soll. Und der sich das nicht jedes Mal neu erklären lassen muss.
Das Herzstück ist Claude Projects. Wer das noch nicht kennt: Anders als beim normalen Chat-Interface kann man in einem Project dauerhaft Dokumente, Anweisungen und Kontext hinterlegen. Die stehen dann bei jeder neuen Session automatisch zur Verfügung. Kein Copy-Paste, kein „Ich erkläre euch kurz unser Framework“, kein neu aufwärmen.
 
Unser Setup funktioniert auf drei Ebenen:

Ebene 1: Das Framework

Einmal hinterlegt, immer verfügbar. Welche Abschnitte gehören ins Whitepaper? Was ist der Zweck jedes Kapitels? Welche Design-Tags braucht das Team für die InDesign-Übergabe? Das ist das Grundgerüst, das sich nicht ändert.

Ebene 2: Die Kunden-CI

Pro Kundin oder Kunde kommt eine CI-Datei ins Project. Tonalität, Zielgruppe, Schreibweise, Markenwerte. Der Assistent weiß also nicht nur wie ein Whitepaper aufgebaut ist, sondern auch wie es für diesen Kunden oder diese Kundin klingen soll.

Ebene 3: Der Task-Input

Pro Session laden wir das aktuelle Material hoch. Briefing, Rohtexte, Statistiken, Beispiele. Alles was inhaltlich reingehört. Ab hier arbeitet Claude und liefert eine strukturierte, formulierte Grundlage, die direkt weiterverarbeitet werden kann.
Whitepaper Claude KI

Warum nicht einfach ChatGPT oder Gemini?

Faire Frage.
Für das reine Texteschreiben könnte man theoretisch jedes LLM nehmen. Und ja, auch in Form von ChatGPT GPTs oder Google Gems lässt sich die CI von KundInnen hinterlegen. Das ist kein exklusives Claude-Feature.
Der entscheidende Unterschied liegt woanders: Claude kann direkt ein PDF erstellen, das bereits ganz ordentlich aussieht. Kein Copy-Paste in ein anderes Tool, kein manuelles Übertragen. Der Output ist ein Dokument das man sofort öffnen, teilen oder als Grundlage für InDesign nutzen kann.
Gerade für Agenturen, die denselben Workflow für mehrere KundInnen skalieren wollen: Einmal sauber aufgebaut, ist das System sofort replizierbar. Neue Kundin, neuer Kunde? Neue CI rein, Framework bleibt. Und am Ende kommt nicht nur Text raus, sondern ein fertiges Dokument.

 

Für wen das wirklich funktioniert. Und für wen nicht.

Hier kommt die ehrliche Einschätzung, bevor jemand denkt, wir hätten einen vollautomatischen Whitepaper-Drucker gebaut. Haben wir nicht. 🥲
Wo Claude richtig stark ist: Whitepapers, bei denen der Inhalt im Vordergrund steht. Textlastige Dokumente mit einer überschaubaren CI: klare Farben, ein Logo, ein definierter Ton. Hier kommt aus dem Setup sehr viel verwertbares Material raus. Struktur stimmt, Ton passt, Übergabe-Tags für InDesign sind drin. Der Aufwand beim Nacharbeiten ist überschaubar. Manchmal ist der Output sogar schon fast fertig.
Wo man realistische Erwartungen haben sollte: Bei Whitepapers, bei denen das visuelle Design eine tragende Rolle spielt. Aufwändige Layouts, viele grafische Elemente, eine CI mit vielen gestalterischen Besonderheiten. Hier ist Claude eher Sparringspartner als Fertiglösung. Das Grundgerüst ist trotzdem hilfreich, die Textinhalte sowieso. Aber der kreative Feinschliff in InDesign bleibt Handarbeit. Und das ist auch okay so.
Kurz gesagt: Je mehr Inhalt, desto mehr Strecke macht Claude. Je mehr Design, desto mehr übernimmt der Mensch.
Wenn es stärker um visuelle Konzepte und Performance Creatives geht, kommen wiederum andere KI-Tools ins Spiel. Wie wir Midjourney im Performance Design einsetzen, haben wir in einem eigenen Beitrag zu KI im Performance Design zusammengefasst.

So sieht das in der Praxis aus

Ein konkretes Beispiel:
Wir als Performance Marketing Agentur bekommen einen Whitepaper-Auftrag für eine B2B-Kundin. Das Thema ist gesetzt, die CI liegt bereits im Project. Wir laden das Briefing und vorhandene Rohtexte als neue Session hoch und geben Claude den Auftrag, den Whitepaper-Text Abschnitt für Abschnitt auszuarbeiten.
 
Was rauskommt: eine vollständig strukturierte Textvorlage mit allen Pflichtkapiteln, Formatierungs-Hinweise für das Layout-Team, und einem Ton der zur Kunden-CI passt. Dazu eine Übergabe-Notiz mit offenen Fragen und Bildvorschlägen.
Was wir dann noch machen: Qualitätskontrolle, inhaltliche Feinabstimmung, und natürlich das finale Design in InDesign. Aber der größte Teil der Strukturarbeit, also der Teil der vorher am meisten Zeit gefressen hat, ist erledigt.

Was wir gelernt haben

Das wichtigste Learning: KI spart keine Arbeit, sie verschiebt sie. Statt Struktur denken verbringt man die Zeit mit Qualität prüfen. Das ist kein Nachteil. Im Gegenteil. Es ist genau die Art von Arbeit, bei der Menschen besser sind als Maschinen.
Und: Der System Prompt ist alles. Je präziser das Framework hinterlegt ist, desto besser der Output. Das klingt offensichtlich, unterschätzt wird es trotzdem regelmäßig. Wer in das initiale Setup investiert, spart bei jedem folgenden Auftrag.
Wer jetzt neugierig geworden ist: Wir bei ZweiDigital arbeiten mit diesem Setup aktiv in der Whitepaper-Produktion. Falls ihr ähnliche Prozesse aufbauen wollt oder Fragen zum Setup habt, meldet euch gerne.

Fazit

Whitepapers sind wertvoll: als Leadmagnet, als Trust-Signal, als Inhalt der auf LinkedIn wirklich funktioniert. Aber sie kosten Zeit. Und Zeit ist das Einzige, das eine Agentur nicht skalieren kann.
Mit dem richtigen Setup in Claude Projects lässt sich zumindest ein großer Teil dieser Zeit zurückgewinnen. Nicht für jeden Use Case gleich gut, nicht vollautomatisch. Aber für textlastige, regelmäßig wiederkehrende Whitepaper-Projekte ein echter Gamechanger.
Wer klare Prozesse hat, kann sie automatisieren. Alle anderen schreiben weiter jedes Whitepaper von Hand. 🤷
Eure Fragen

FAQ

Kann ich ein Whitepaper komplett von einer KI schreiben lassen?

Technisch ja, empfehlenswert ist es nicht. KI kann Struktur, Formulierungen und Layout-Grundlage liefern, aber der inhaltliche Input muss vom Menschen kommen. Ohne echte Expertise und Kundenmaterial bleibt das Ergebnis generisch.

Was ist der Unterschied zwischen Claude Projects und dem normalen Claude-Chat?

Im normalen Chat startet jede Session bei null. In Claude Projects können Dokumente, Anweisungen und CI dauerhaft hinterlegt werden und stehen bei jeder neuen Session automatisch zur Verfügung. Das macht den Unterschied beim skalierbaren Einsatz.

Welche KI eignet sich am besten für die Whitepaper-Erstellung?

Claude hat einen praktischen Vorteil: es kann direkt ein PDF erstellen, das bereits ordentlich aussieht. ChatGPT und Google Gems ermöglichen ähnliche CI-Setups und sind eine solide Alternative.
Edit: ChatGPT und Gemini können mittlerweile auch ganz ordentliche PDFs ausgeben. Claude punktet aber zusätzlich durch seine umfangreichen Konnektoren zu gängigen Arbeitstools wie Asana, Slack, Google Drive, Gmail, Notion, HubSpot, Jira und vielen mehr. Das bedeutet, Claude kann sich direkt ins gesamte Firmenwissen integrieren. Briefings aus Asana, CI-Dokumente aus Google Drive, Kommunikation aus Slack. Alles an einem Ort.

Wie lange dauert die Erstellung eines Whitepapers mit Claude?

Das hängt stark vom vorbereiteten Material ab. Wenn CI und Framework bereits im Project hinterlegt sind und der Job-Input strukturiert reinkommt, kann eine solide Textgrundlage für ein 6 bis 10-seitiges Whitepaper in unter einer Stunde entstehen.

Für welche Art von Whitepapers funktioniert der KI-Workflow am besten?

Besonders gut funktioniert es bei textlastigen Whitepapers mit einer überschaubaren CI. Bei visuell sehr aufwändigen Projekten mit komplexen Layouts bleibt InDesign unverzichtbar. Claude liefert dann eher eine gute Grundlage als ein fertiges Dokument.

Muss ich jeden Whitepaper-Auftrag neu einrichten?

Nein, das ist gerade der Vorteil. Das Framework wird einmal ins Project geladen. Pro Kundin oder Kunde kommt eine CI-Datei dazu. Für jeden neuen Auftrag lädt man nur das aktuelle Briefing und Material hoch. Das Setup skaliert mit jedem neuen Projekt.

Was kostet Claude Projects?

Claude Projects ist Teil von Claude.ai und in den bezahlten Plänen verfügbar. Für den professionellen Agentur-Einsatz empfiehlt sich der Pro- oder Team-Plan.

Performance Marketing Agentur

Whitepaper können mehr als nur gut aussehen. Richtig eingesetzt, machen sie Expertise sichtbar, bauen Vertrauen auf und liefern qualifizierte Leads. Als Performance Marketing Agentur denken wir deshalb nicht nur Kampagnen, sondern auch passende Inhalte, Creatives, Landingpages und Leadmagnete direkt mit.

Ob LinkedIn Lead Gen Form, Whitepaper oder KI-gestützter Content-Prozess: Wir helfen euch dabei, aus guten Ideen performante Setups zu entwickeln. Mit klarer Strategie, sauberem Tracking und einem Reporting, das echte Entscheidungen möglich macht.

Ihr wollt eure Whitepaper oder Leadkampagnen smarter aufsetzen? Dann lasst uns gemeinsam draufschauen. 🚀

Wie hilfreich war dieser Beitrag?

Klicke auf die Sterne um zu bewerten!

Durchschnittliche Bewertung 4.7 / 5. Anzahl Bewertungen: 3

Bisher keine Bewertungen! Sei der Erste, der diesen Beitrag bewertet.

Meet the author

Performance

Wie gut ist dein Performance Marketing? Du schaltest bereits Werbung, aber die Performance könnte besser sein? Gerne schauen wir uns zunächst dein bestehendes Konto an und erstellen für dich eine individuelle Analyse.

Mehr dazu
Ei Gude
Kontakt
Lasst uns darüber sprechen, welche Marketingmaßnahmen für euer Unternehmen sinnvoll sind.
Teamfoto ZweiDigital Performance Marketing Agentur