10 Praxis-Tipps um die Performance deiner Facebook Ads zu optimieren

Die Performance in Facebook lässt noch zu wünschen übrig? Facebook Ads ist oft Trial & Error, mit vielen individuellen Stellschrauben. Trotzdem gibt es einige Tipps, die man fast immer testen und kontrollieren kann, um die Leistung der Facebook Ads zu verbessern.

Felix Huth | 15. Januar 2021 | Lesezeit: 7 Minuten

Tipps zur Facebook Ads Optimierung

  1. Alle Werbeformate nutzen (Collection, Video, Bild, Karussell)
  2. Zielgruppen eingrenzen (Demographie & Platzierung)
  3. Zielgruppen eingrenzen nach Interessen
  4. Den richtige Kampagnen-Typ wählen
  5. Creatives reduzieren ( Top 4)
  6. Kampagnebudgetoptimierung testen (CBO)
  7. Duplizieren und neu starten
  8. Breitere Zielgruppen testen (10% Lookalikes, ganzes Land)
  9. Events überprüfen
  10. Landingpage hinterfragen

1. Alle Werbeformate nutzen

Verschiedene User bevorzugen (sicherlich meistens unbewusst) bestimmte Anzeigenformate gegenüber anderen. Person 1 konvertiert z.B. mit Videoanzeigen viel eher als mit Karussell-Anzeigen, Person 2 konvertiert am häufigsten mit Bildanzeigen. Selbstredend kann der Facebook Algorithmus also nur dann das volle Potenzial einer Zielgruppe ausschöpfen, wenn er für jeden User das potenziell beste Format zur Verfügung hat.

Man kann sonst davon ausgehen, dass man letztlich Conversions verliert, die man sonst erzielt hätte, wenn man nicht das passende Format für diese User parat hatte.

Stelle also sicher, dass du mindestens eine Anzeigen-Variante (Bild, Video, Karussell und Kollektion) für jedes Format erstellst und in deinen Anzeigengruppen immer mindestens eine Variante von jedem Format vorhanden ist.

Bei Werbung mit Produkten solltest du auch bei denjenigen Anzeigenformaten, die mit Katalog arbeiten (also Karussell und Kollektion) verschiedene Varianten folgendermaßen anlegen:

 

  • Möglichst breite, uneingeschränkte Produktpalette bzw. – Auswahl: damit Facebook selbst lernt und mit der Zeit optimiert, welche angezeigten Produkte am häufigsten für Conversions sorgen

 

  • Selbst definierte Produktpalette bzw. – Auswahl, meistens bestehend aus den dir bekannten Top-Sellern und/oder Produkte aus möglichst viel verschiedenen Kategorien, um dem User gleich den Eindruck deines weitumfassenden Sortiments zu ermöglichen
facebook anzeigen formate

2. Zielgruppen eingrenzen

Achtung: Drastische Einwirkungen bei laufenden Zielgruppen versetzen diese wieder in die Lernphase! Vor allem bei Zielgruppen bzw. Anzeigengruppen, die bereits zufriedenstellen laufen, solltest Optimierungen dieser Art möglichst vermeiden. Dupliziere stattdessen die Anzeigengruppe, und richte diese dann inklusive deiner Optimierungen ein. ⚠️

Wenn du schon aussagekräftige Ergebnisse gesammelt hast, kannst diese nämlich aufschlüsseln nach Geschlecht/Alter/Platzierung usw. und spannende Insights über die potenziell stärksten Altersbereiche, Geschlechter usw. gewinnen.

Die Betonung liegt hier auf „aussagekräftig“ und bei der Auswertung muss einiges berücksichtigt werden. Falsche Umkehrschlüsse werden dich viel Lehrgeld kosten. Das gilt ganz besonders für Platzierungen. Ein Beispiel für einen falschen Rückschluss wäre hier Folgendes:

Du schlüsselst die Kampagnen-Ergebnisse nach Platzierung aus und siehst: Instagram Feed funktioniert am besten! Folglich möchtest du zukünftig nur noch auf Instagram Feed ausspielen. Diese Schlussfolgerung könnte voreilig sein!

Abgesehen von Facebooks sehr launischen Algorithmus und somit unterschiedlich ausfallenden Ergebnissen, könnten auch einfach nur deine Werbeanzeigen, die du in dieser Kampagne benutzt hast, tauglicher für Instagram gewesen sein. Zukünftige andere Anzeigen performen vielleicht trotzdem auf anderen Platzierungen ähnlich gut oder sogar besser.

Es könnte genauso gut sein, dass du in dem Betrachtungszeitraum deiner Ergebnisse – oder in den verwendeten Zielgruppen – einfach gegen viel Werbe-Konkurrenten antreten musstest auf bestimmten Platzierungen, weshalb diese dann nicht funktioniert haben. Mit einer anderen Zielgruppe könnten dieselben Anzeigen also unterschiedliche Ergebnisse innerhalb der Platzierungen generieren.

Lediglich Alter und Geschlecht sind die wohl pauschal aussagekräftigsten Ergebnisse über deine Zielgruppe insgesamt.

 

So oder so gelten beim Zielgruppen-Eingrenzen ein paar ungeschriebene Gesetze:

  • Schlafende Hunde soll man nicht wecken: Ändere nicht die Zielgruppen-Einstellung einer (gut) laufenden Zielgruppe. Dupliziere sie stattdessen bevor du die Änderungen vornimmst. Teste die neu eingeschränkte Zielgruppe mit denselben Anzeigen wie auch in der ursprünglichen Version. Nur so hast du einen aussagekräftigen Vergleich!

 

  • Size matters: Einschränkungen auf demografischer oder Platzierungs-Ebene bewirken meist massive Einschränkungen der ursprünglichen Zielgruppengröße. Das solltest du bei der neuen Wahl deines Budgets berücksichtigen. Meistens ist nur noch weniger als die Hälfte des ursprünglichen Budgets für die eingeschränkte Zielgruppe optimal!

 

  • Kein Overengineering: Alter 18-24, interessieren sich für A+B+C, sind vergeben, leben nur in Großstädten, Platzierung Instagram Feed und Facebook Messenger usw… Stop! Schränke nicht zu weit ein. Nur in den seltensten Fällen performen Zielgruppen wie diese am besten (und längsten). Facebooks Algorithmus schätzt viel mehr Freiheiten und Möglichkeiten, um schnellstmöglich zu lernen, welche User die richtigen sind. Gehe deshalb gefühlvoll mit diesen Einschränkungen um!

3. Zielgruppen eingrenzen nach Interessen

Viel zu häufig werden in Zielgruppen einfach verschiedene Interessen (mit der „oder-Bedingung“) ausgewählt. Tatsächlich können Zielgruppen aber auch durch das Kombinieren von Interessen weiter eingegrenzt werden. Dabei muss man nur nach einer bestimmten Logik vorgehen und 1-2 Punkte berücksichtigen. Mehr dazu kannst du in diesem Blogartikel von uns nachlesen

fb ads optimieren

4. Den richtigen Kampagnen-Typ wählen

Geschätzt 90% unserer Kampagnen sind Conversion-Kampagnen, da wir fast immer auf Käufe auf Webseiten oder andere Conversions abzielen. Wenn sich dein Zielvorhaben ebenfalls als Conversion einrichten lässt, ist dieser Kampagnen-Typ auch für dich in der Regel der beste.

Bei unerfahrenen Online Marketern herrscht oft noch die Theorie – meist nachdem die ersten Conversions über die Website stattgefunden haben – dass jetzt nur noch möglichst viel Zielgruppen-entsprechender Traffic auf die Website kommen muss und die gute Seite die Zielgruppe schon zum konvertieren bringen wird.

In der Praxis funktioniert das leider nicht so. Facebook unterscheidet sehr stark zwischen Usern die mit hoher Wahrscheinlichkeit kaufen und solchen, die einfach nur clicky sind und allgemein gerne auf Anzeigen klicken (aber nicht kaufen!). Mit einer Traffic-Kampagne sammelst du deshalb auch günstiger viel Traffic in deiner Zielgruppe ein, aber niemals so viele Conversions wie mit einer Conversion-Kampagne. Und der für die Conversions nötige Traffic wiederum wird dabei trotzdem genug und auch viel interessanter für spätere Auswertungen sein.

Um Kundenkontakte bzw. Anfragen zu erzielen, ist oft auch eine Lead-Kampagne von Facebook – mit extra aufgesetztem und angepassten Leadformular – einen guten Versuch wert.

Falls du mit deiner Werbung andere Ziele verfolgst wie Follower, Awareness, Beitragsinteraktionen usw., stelle ebenfalls sicher, den richtigen Kampagnen-Typ dafür ausgewählt zu haben.

richtiger kampagnentyp facebook

5. Creatives reduzieren (Top 4)

Zu viele verschiedene Creatives/Anzeigen innerhalb einer Anzeigengruppe sorgen nicht nur dafür, dass aussagekräftige Ergebnisse über alle einzelnen Anzeigen ewig auf sich warten lassen, sondern bescheren zudem sehr volatile Ergebnisse.

Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass die User im Laufe des Facebook-Funnels auch mal eine Anzeige mehr als 1 Mal sehen werden, statt immer unterschiedliche. Je nach Produkt oder Dienstleistung kann das jedoch durchaus wirksamer sein und schließlich zur Conversion führen.

Letztlich gibt es auch einfach wenig Gründe dafür, Geld für Anzeigen auszugeben, die nicht so gut performen wie die Top 4. Optimalerweise sind mit den Top 4 Creatives auch alle 4 Anzeigen-Formate abgedeckt, mindst. 2 verschiedene sollten es dabei auf jeden Fall sein.

Achtung! Beachte hier auch den Hinweis aus Punkt 3. : Statt in einer laufenden Anzeigengruppe Creatives zu deaktivieren, dupliziere lieber die Anzeigengruppe und lass darin nur die besten 4 Creatives laufen!

6. Kamagnenbudgetoptimierung testen (CBO)

Die Performance einzelner Zielgruppen unterliegt oft unvermeidbaren Schwankungen. Diese einzelnen Zielgruppen zu steuern bedarf intensiver Erfahrung und Zeitaufwand. Möglicherweise steigen bei einer Zielgruppe plötzlich die CPMs an, da 1-2 User die Werbung im Feed verbergt haben oder die Konkurrenz in dieser Zielgruppe das Budget hochfährt und wir sollten unser Budget dann lieber schnell auf andere Zielgruppe verteilen.

Eine CBO Kampagne macht es uns hier dankbar leicht: Das Budget wird auf Kampagne festgelegt und Facebook verteilt automatisch nach eigenem Ermessen das Budget innerhalb der Zielgruppen. Fällt der ROAS in einer Zielgruppe, geht mehr Budget pro Tag in die anderen Zielgruppen. 

Unsere größten Erfolge mit CBO Kampagnen haben wir mit 3 darin enthaltenen unterschiedlichen Zielgruppen gemacht. Diese Zielgruppen sollten sich in der Vergangenheit allerdings schonmal bewährt haben. Zum Zielgruppen-testen eignet sich die CBO-Kampagne weniger. 

7. Zielgruppe duplizieren und neu starten

Die Überschrift ist hier Programm. Die Performance einer nicht mehr funktionierenden Zielgruppe bekommt „wie durch ein Wunder“ manchmal wieder einen Aufschwung, wenn sie dupliziert und nochmal gestartet wird.

Das kann man sogar einmal mit als auch einmal ohne des Social-Proofs der ursprünglichen Anzeigengruppe getestet werden. Manchmal findet der Algorithmus doch nochmal einen frischen Satz konvertier-freudiger User, wenn er wieder von vorne loslegt und lernt.

8. Breitere Zielgruppen testen

Wie dieser Unterpunkt bereits vermuten lässt, trifft dies besonders dann zu, wenn du bisher eher spitze eingeschränkte Zielgruppen getestet hast. Tatsächlich funktionieren in der Praxis immer wieder Zielgruppen am besten, die extrem weit aufgefasst sind. Manchmal geben wir sogar nur das Land vor und lassen sowohl demografische Angaben, Platzierungen und Interessen komplett unberührt.

Das mag banal klingen, doch es lohnt sich nahezu immer, auch eine äußert breite Zielgruppe zu testen.

Das selbe gilt für Lookalikes: Eine kann 5% oder sogar 10% Lookalike sogar besser funktionieren als eine 1-3% Lookalike. Dies ist zwar selten der Fall, aber Lookalike Zielgruppen außerhalb der ersten 1-3%  sind keineswegs zu unterschätzen. Und vor allem in kleineren Ländern (wie Deutschland) können Lookalikes bis 10% lohnenswerte Versuche sein. Eine gute Kombination ist auch eine 10% Lookalike mit einer Hand voll breiten passenden Interessen.

9. Events überprüfen

Wird häufig vernachlässigt: Events richtig eingerichtet zu haben, dient viel mehr als nur dem Tracking. Schließlich dienen sie ja auch der Datengrundlage für Facebooks Algorithmus. Das bedeutet also, dass Facebook erfolgreicher für uns arbeiten kann, je mehr oder genauere Events (und die darin enthaltenen Parameter) vorliegen.

Vergewissere dich also im Events-Manager, dass alle wichtigen Events (vor allem PageView, ViewContent, AddtoCart, InitiateCheckout, Purchase) und dabei genug wichtige Parameter (vor allem content_name; value…) richtig feuern und erfasst werden. Zur Einrichtung kannst du dich auch an diesem Blogartikel orientieren.

Zusätzlich kannst du im Katalog-Manager unter Events sicherstellen, dass alle Produkte mit denen auf deiner Website interagiert wurde, auch in deinem Facebook Katalog richtig enthalten sind. Andernfalls können z.B. Produkte nicht passend im Remarketing beworben werden und die Anzeige kann keine Conversions für diese Produkte generieren.

katalog-matchrate

10. Landingpage hinterfragen

Vermeide beim Anzeigen-Optimieren so gut du nur kannst einen Tunnelblick. Schaue über den Tellerand, also deinen Business Manager, hinaus und klicke dich mit „fremden Augen“ durch die Landingpage zum Ziel. Folgende Fragen helfen dir, deine Anzeige bzw. Landingpage hier einzuschätzen:

 

  • Greifen Anzeige und Landingpage gut ineinander? Oder wirkt die Landingpage wie unerwartet und unpassend zur Anzeige? 
  • Weiß die Person eindeutig, was sie auf der Landingpage machen soll/wo sie hinklicken soll? Wird das Auge einfach geführt und halten sich die Klicks bis zur Conversion in Grenzen?
  • Ist es die bestmögliche Landingpage, oder kannst du noch eine andere testen? (z.B. statt auf den Shop auch mal direkt zu einem Produkt)
  • Ist die Ladezeit der Landingpage in Ordnung?
  • Ist die Landingpage wirklich gut mobil-friendly? Damit ist nicht nur die Darstellung gemeint, auch die Funktionalität. Insbesondere die wichtigen Schritte ab dem Check-Out bringen oft ein kleines Handicap für den mobilen User mit sich.
facebook ads landingpage

Unser Fazit

Dieser Artikel verdeutlicht, wie viele Faktoren es gibt, die beim Optimieren von Facebook Ads eine Rolle spielen, und wo diese überall liegen. Viel zu häufig wird der Umfang und die Detailtiefe von richtigem Facebook Kampagnen Management unterschätzt.

Immer wieder heraus zu zoomen, sich nicht nur auf Werbeanzeigenmanager-Ebene zu bewegen, sondern alle Zahnrädchen kritisch zu hinterfragen, wird die richtige Auslieferung, Platzierung und Performance deiner Ads nachhaltig anheben und zudem stabiler machen!

Über den Autor

Felix-Werbeagentur-ZweiDigital

Felix ist unser Paid Ads Spezialist für Google & Facebook. Durch das Online Marketing für seine Fotografie hat er die Faszination für das Zusammenspiel von Werbeanzeigen, Zielgruppen und Kampagnenstruktur entdeckt und sorgt für die maximale Performance unserer Ads.

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