Mit Amazon Attribution effizienter und zielgenauer werben

Nach der Einführungsphase in den USA und Kanada ist Amazon Attribution seit einigen Wochen nun auch in mehreren europäischen Ländern verfügbar, darunter Deutschland. Mit dem Tool macht Amazon erstmals sichtbar, wie wirksam die verschiedenen Werbekanäle (z. B. Facebook Ads oder Google Ads) für den Verkaufserfolg der eigenen Produkte bei Amazon sind. Wir erklären, wie das Tool funktioniert und wem es nützt.

Was ist Amazon Attribution?

Mit dem Tool kann erstmals die Wirksamkeit von Marketing-Maßnahmen abseits des Amazon Marktplatzes gemessen werden. Genau genommen können Werbetreibende damit überprüfen, welchen Effekt andere Aktivitäten wie etwa Search Ads (PPC), Social Media, Display (Programmatic Advertising) oder Video Ads auf die Verkäufe einer Marke oder eines Anbieters bei Amazon haben. Das Gleiche gilt für die Erfolgsmessung von E-Mail Marketing-Maßnahmen.

Mithilfe von Amazon Attribution können Werbeanalysen vereinheitlicht werden. So lässt sich der Return on Investment (ROI) der eigenen digitalen Werbung leichter nachzuvollziehen. Das Tool gewährt den Anwendern zudem tiefere Einblicke in die Customer Journey über verschiedene Kanäle wie Facebook, Google oder Eure E-Mail-Newsletter.

Dieser Amazon-Video-Clip (englisch) erklärt das Prinzip des Amazon Attribution Tools.

Amazon Attribution Metrics

Das Drei-Säulen-Modell

Das von der amerikanischen Marktplattform jetzt auch in Europa angebotene Tool basiert auf drei Säulen:

Bewerten

Hier geht es um die Analyse, welche Kanälen am besten für die eigenen Medienziele auf Amazon geeignet sind. Springen potenzielle Kunden am ehesten auf Facebook Ads an oder haben Google Ads eine höhere Wirksamkeit bei der Zielgruppe für die eigenen Produkte? User des Tools bekommen also einen guten Überblick über die Effizienz verschiedener Advertising-Kanäle.

Optimieren

Im zweiten Schritt geht es darum, mit geeigneten Zielgruppenstrategien die Ergebnisse der eigenen digitalen Kampagnen zu verbessern. Amazon Attribution hilft Euch dabei, den richtigen Marketingansatz für Euer Produkt oder Eure Dienstleistung zu finden. Das sogenannte On-Demand Attribution Reporting unterstützt dabei mit der passenden Audience-Strategie den Erfolg Eurer Kampagnen zu steigern. Dank des Tools kann auch in bereits laufende Kampagnen optimierend eingegriffen werden.

Planen

Verschiedene Amazon-Landing-Pages unterstützen dabei, Informationen über das Kaufverhalten der Kunden zu bekommen. So lässt sich auch genau zuordnen, welche Werbebotschaften und auch welche Bilder oder Videos Eure Kunden am meisten ansprechen und am ehesten einen Kauf generieren. Die ermittelten Performance-Werte können in die künftige Vermarktungsstrategie einfließen und helfen den ROI weiter zu steigern.

Mit Amazon Attribution bekommt Ihr Einblick in die Konvertierungs-Kennzahlen. Dazu gehören die Detailseitenaufrufe, die Kaufrate sowie der Umsatz.

Wer kann Amazon Attribution nutzen?

Amazon stellt Attribution im Moment allen professionellen Verkäufern zur Verfügung, die im Amazon-Markenregister geführt werden. Auch zugelassen sind Händler sowie Agenturen mit entsprechenden Kunden, die Produkte auf Amazon verkaufen. Das Tool ist nach der Anmeldung kostenlos für diese Gruppen verfügbar. Die Anmeldung erfolgt hier

Wie funktioniert Amazon Attribution?

Zum Aktivieren des Tools müsst Ihr im sogenannten Order Level die ASIN (Amazon Standard Identification Number) des Produkts auswählen, das beworben und getrackt werden soll. Die ASIN ist vergleichbar mit der allseits bekannten ISBN-Nummer. Der zweite Schritt ist nun das Anhängen von „Tags“ an die Ziel-URLs der Werbemittel. Das Prinzip beim Amazon Tracking ist ähnlich wie bei Google Analytics oder beim Facebook Tracking. Allerdings verfolgt Google die User-Bewegungen beispielsweise anhand der UTM-Parameter.

Landet ein Kunde anhand eines derart „getagten“ Werbemittels dann bei Amazon, werden diese Daten im System hinterlegt. Die Software dokumentiert also das Verhalten des getrackten Users. Registriert wird aber nicht nur, ob der Kunde das Produkt schlussendlich kauft oder nicht. Die Software registriert auch das weitere Verhalten von Nichtkäufern.

Anhand all dieser Daten können Amazon-Attribution-Nutzer dann ihr Marketing gezielt optimieren. Zu den wesentlichen Kennzahlen gehören etwa die Click-Through-Rate (CTR), die Aufrufe von Produktseiten (Detail Page Views, DPV) oder die Add to Cart-Klicks (ATC). Als Hersteller oder Markenanbieter erhaltet Ihr so ein relativ exaktes Bild davon, was Eure Interessenten/Kunden so treiben, bevor sie schließlich bei Amazon landen.

Amazon Standard Identification Number

Vergleichbar mit Facebook Pixel

Vom Effekt her ist das Ganze vergleichbar mit dem bekannten Facebook Pixel. Dabei handelt es sich um einen JavaScript-Code mit dem Facebook- und Instagram-Werbeanzeigen erstellt und auch nachverfolgt werden können. Wird Pixel auf der eigenen Homepage richtig integriert, können damit Zielgruppen genauer bestimmt und auf dieser Basis maßgeschneiderte Anzeigen entwickelt werden. Vergleichbar mit den Möglichkeiten von Attribution kann so gleichfalls der Erfolg von Anzeigen klassifiziert werden.

Ein Erfolgsbeispiel aus den USA

Wie die US-Tiernahrungsmarke „I and love and you“ mit dem hier vorgestellten Amazon Tool ihre Anzeigeninvestitionen optimiert hat, um die Verkäufe auf Amazon zu steigern, zeigt das folgende Video.

Vorteile von Amazon Attribution 

  • Besserer Überblick über die verschiedenen Phasen der Customer-Journey
  • Verbessern des Return On Investment
  • Absatzsteigerung
  • Weiterleiten von externem Traffic ermöglicht Wettbewerbsvorteile
  • Organische Reichweite optimieren
  • Chance zum Gewinnen neuer Kunden und wertvoller Daten durch externe Werbe-Maßnahmen

Sind Aktionscodes eine Alternative?

Zum Überprüfen der Effizienz ihrer Werbeaktionen nutzen viele Händler und Markenartikler bislang Aktions- oder Gutscheincodes. Diese Codes können auf dem Amazon-Marketplace in der Seller-Zentrale generiert und dann über Werbekampagnen verteilt werden. Wer eigene Codes für jede Werbeaktion erstellt, kann dann mit der Nachverfolgungskennung (Promotion-ID) herausfinden, über welchen Werbekanal ein Käufer auf das gekaufte Produkt aufmerksam geworden ist. Dieses Vorgehen ist aber deutlich aufwendiger und die Ergebnisse sind erst zeitverzögert einsehbar. Zudem steht dem User auch kein so umfangreiches Datenmaterial zur Optimierung seiner Maßnahmen zur Verfügung.

Häufige Fragen zu Attribution/FAQs

Welche Maßnahmen können analysiert werden?

In den Bewertungsumfang des Attribution-Tools eingeschlossen sind nicht zu Amazon Advertising gehörende Werbeformen wie Suchanzeigen, Social Media-, Display- oder Video-Anzeigen sowie E-Mail-Marketing-Maßnahmen.

Was kostet Attribution?

Für Teilnehmer ist der Einsatz des Tools aktuell kostenlos. Ob sich das in Zukunft ändert, ist offen.

Welche Statistiken sind auf Attribution gelistet?

Die Reports enthalten klassische Traffic-Statistiken inklusive Page Impressions und Klicks. Hinzu kommen Amazon-Conversion-Statistiken, darunter das Aufrufen von Detailseiten, das Hinzufügen von Artikeln in den Warenkorb sowie abgeschlossene Käufe. 

Die Analysen sind in der Rubrik „herunterladbare Berichte“ in der sogenannten Konsole verfügbar.

Dürfen weitere User, wie etwa die eigenen Agenturpartner, zur firmeneigenen Attribution-Konsole eingeladen werden?

Das ist möglich. Zusätzlichen Benutzern kann direkt innerhalb der Konsole eine Berechtigung erteilt werden. Einfach in der Navigationsleiste „Verwalten“ und anschließend „Benutzerverwaltung“ auswählen. Dort könnt Ihr weitere User hinzufügen.

Fazit

Amazon Attribution ist ein wertvolles Tool für alle Händler und Markenartikler (Vendoren), die den Amazon-Marktplatz für Verkaufsaktivitäten nutzen. Damit können Vendoren erstmals überprüfen, welche Effekte Google, Facebook & Co. auf die eigenen Amazon-Verkäufe haben. So lässt sich leicht ermitteln, welche Marketingmaßnahmen auf welchem Kanal wirklich den Umsatz ankurbeln und welche im Sande verlaufen. Mit diesen Daten können die Werbemaßnahmen dann gezielt optimiert und die Kosten gleichzeitig gesenkt werden.

Über den Autor

Andreas ist Geschäftsführer von ZweiDigital und kennt sich im E-Commerce bestens aus. Acht Jahre hat er einen Onlineshop geführt und ist Spezialist, was Kampagnenmanagement angeht.

ZweiDigital auf LinkedIn:

Aktuelle Beiträge

Aktuelle Social Media Nutzerzahlen

Aktuelle Social Media Nutzerzahlen in Deutschland und weltweit Bei der Planung der eigenen Online Marketing Strategie stellt sich auch immer die Frage, welche Werbekanäle man bespielt. Nicht jeder Kanal eignet sich jedes Unternehmen gleichermaßen, da sich die Nutzer...

Matomo Tracking

Matomo Tracking und Performance Marketing Viele Organisationen setzen für das Tracking auf Matomo. Grund dafür sind in der Regel datenschutzrechtliche Bedenken. In der Regel spielt Marketing bei Matomo-Nutzern eher eine untergeordnete Rolle, weswegen die Abstriche...

Cookie Opt In rate erhöhen

Cookie Opt-in Rate steigern - So haben wir unsere Consent Rate optimiert Mit der DSGVO und den Anforderungen, die dadurch mittlerweile an Cookies gelten, werden wir oft konfrontiert. Als Performance Marketing Agentur arbeiten wir sehr stark datengetrieben und sind auf...

Automatische Lead Zuordung: Leadquelle im Formular einbinden

Woher kommt eine Kontaktanfrage: Leadquellen richtig zuordnen Ein Problem mit dem wir selbst immer wieder konfrontiert waren ist die richtige Zuordnung von Leads, die wir generieren. Zwar ist es einfach einen Lead an sich zu erfassen und über die Werbeplattformen...

Google Tag Manager Grundlagen

Google Tag Manager Grundlagen Der Google Tag Manager ist ein Service von Google und ermöglicht es, verschiedene Tracking Codes (z.B den Facebook Pixel) und Skripte auf die eigene Website zu integrieren.  Ohne den Tag Manager müssen diverse Code-Schnipsel zum Tracking...